Ingenieurdienstleistungen sind intellektueller Natur. Deshalb können sie nicht in gleicher Weise beschafft werden wie standardisierte Güter und Dienstleistungen. Die Vergabeverfahren müssen dem Charakter der intellektuellen Planerleistungen gerecht werden, indem sie die Qualität der angebotenen Arbeit stärker gewichten als den Preis. Die usic setzt sich aktiv für alternative Vergabeverfahren für intellektuelle Dienstleistungen ein. Beispielsweise hat die usic aktiv an der Erarbeitung eines KBOB-Leitfadens zur Beschaffung von Leistungen im Planerbereich mitgewirkt. Im Frühling 2010 publizierte die usic zudem ein Analysepapier zu „Marktsituation und Marktverhalten bei der Vergabe von Planerleistungen bei grossen Infrastrukturvorhaben in der Schweiz".
Die von der usic in Auftrag gegebene Studie von Prof. Frank Jaeger, Universität St. Gallen, hat nachgewiesen, dass die volkswirtschaftlichen Kosten des öffentlichen Beschaffungswesen bei tiefen Vergabewerten unverhältnismässig hoch sind und den durch den Wettbewerb gewonnen Nutzen bei weitem übersteigen. Die usic setzt sich deshalb für eine Erhöhung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen ein.

