Kein Weg führt mehr zurück - Kein Weg führt mehr zurück

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Kein Weg führt mehr zurück

In Bezug auf die Philosophie in meinem Unternehmen gibt es durch die Krise keinen Weg mehr zurück, sagt Andrea Galli. Die momentane Situation drängt uns zu Innovation und Transformation. Nach einigen Jahren im internationalen Umfeld habe ich im November 2019 meine eigene Firma gegründet. Die Firmengründung, die Aufbauphase und die Corona-Krise finden zeitgleich statt und die externen Umstände führen uns nun dorthin, wo ich uns sowieso haben wollte: Jeder und jede arbeitet so, wie es für ihn oder sie stimmt. Ob von zu Hause aus, aus dem Zug oder einem Büro, spielt keine Rolle. Durch die Technik können wir alles machen, egal, wo wir sind. Im internationalen Kontext ist diese Arbeitsweise gang und gäbe, schliesslich reist man nicht für jedes Meeting in die USA. Man sieht sich vielleicht einmal pro Jahr physisch, der Rest findet über Videomeetings statt. Der einzige Nachteil des Homeoffice ist vielleicht die immer noch nicht optimale Abdeckung des gesamten Schweizer Territoriums mit leistungsfähigen Datenleitungen.

 

Früher musste ich bei meinen Mitarbeitenden praktisch alles kontrollieren. Heute löse ich nur noch die wichtigen Offerten aus. Ich bin davon überzeugt, dass dies Mitarbeitende und deren Leistung stärkt. Wirtschaftlich ist es natürlich nicht optimal, unter diesen Umständen eine Firma aufzubauen. Kommt hinzu, dass das Tessin und Südbünden extrem vom Virus betroffen sind und hier wirklich fast gar nichts mehr geht. Wir haben immer noch Planungsarbeiten, trotzdem habe ich vorsorglich für einige Mitarbeitende, die auf der Baustelle arbeiten, Kurzarbeit angemeldet. Dem Unternehmen habe ich aus meinem Privatvermögen ein Darlehen gewährt. In unserer Branche ist es glücklicherweise möglich, Reserven anzulegen, da die Projekte langfristig geplant werden. Wer jetzt nicht zwei Monate überbrücken kann, war sowieso schon schlecht aufgestellt. Man kann unsere Branche schlecht mit jener der Coiffeurinnen oder der Taxifahrer vergleichen und ich glaube, dass für diese die Krise wirklich hart und praktisch per sofort existenzbedrohend ist.

 

Es wird in Zukunft normal, an Sitzungen digital von zu Hause aus teilzunehmen. Dass wir einander in privater Kleidung gegenübersitzen, wird selbstverständlich. Wer zieht schon zu Hause einen Anzug und eine Krawatte an? Mich stört das nicht, im Gegenteil, das passt gut zu unserer neuen Firmenkultur.

 

Dieses Gespräch mit Andrea Galli wurde am 9. April 2020 geführt
Inhaber Galli Engineering SA

Verfasst von: Lea Kusano lea.kusano@usic.ch